Zecken – blutsaugende Spinnentiere
Es ist noch nicht lange bekannt, daß Zecken verschiedene Krankheiten übertragen können. Die häufigsten und bekanntesten von ihnen sind Früh-Sommer-Meningokokken-Enzephalopathie (FSME) und Borreliose.
Zecken sind winzige Spinnentiere. Sie leben im Laub, Sträuchern, Büschen oder Bäumen. Man trifft sie nicht nur im Wald an, sondern auch beim Spaziergang im Park, beim Sonnenbad auf der Wiese oder bei der Arbeit oder beim Spielen im Garten. Zecken fallen übrigens nicht von den Bäumen. Sie werden im Vorbeigehen abgestreift. Danach suchen sie sich einen geeigneten Platz für die ihre Mahlzeit. Mit dem Biss können dann gefährliche Krankheiten überragen werden. Dieser Stechvorgang dauert ca. 10 Minuten und verläuft beinahe schmerzlos, da die Zecke zusammen mit Ihrem Speichel verschiedene Stoffe absondert, die betäubend wirken. Der Saugvorgang dauert erheblich länger; zwischen drei bis sieben Tagen - manchmal sogar zwei bis drei Wochen. Die Zecken vervielfachen dabei ihr Körpergewichtes.
Mit ihren Hinterbeinen klammern sich die Zecken an Grashalme oder Blätter. Die Vorderbeine spreizt sie weit ab und wartet sie auf ihr Opfer. An den vorderen Beinen befinden sich hoch empfindliche Sinneszellen. Damit können Zecken mechanische, thermische und chemische Reize wahrnehmen. Kommt ein Opfer vorbei, spürt die Zecke die Erschütterungen und riecht die Ausdünstungen der Haut. Sowie es die Zecke im Vorbeigehen abstreift, klammert sie sich an ihm fest oder lässt sich auf es herunterfallen. Dann wird die Haut nach einer geeigneten Einstichstelle abgesucht. Zecken krabbeln manchmal stundenlang auf ihrem Wirt herum, bis sie zustechen.
Eine Zecke kann bis zu 2000 Eier in den oberen Laubschichten am Boden ablegen. Aus ihnen schlüpfen sechsbeinige Larven, die ungefähr einen halben Millimeter groß sind. Sobald kleine Nagetiere über das Laub laufen, klammern sich die Larven an ihnen fest und beginnen ihr blutiges Mahl. Wenn sie vollgesaugt sind, fallen sie zu Boden und „ruhen“ für einige Tage oder Monate. Danach häuten sich zur Nymphe. Die Nymphen krabbeln auf die Gräsern oder Blättern und warten, dass sie von einem neuen Wirt abgestreift werden. Meist sind dies kleine Säugetiere wie Kaninchen etc. . Nach dieser zweiten Mahlzeit lassen sie sich wieder zu Boden fallen. Nach einer erneuten Häutung entsteht die geschlechtsreifen Zecke. Sowie die Weibchen ein neues Opfer gefunden haben, beginnen sie mit ihrem letzten Biss. Dabei schwellen sie stark an. Weibliche Zecken können das hundertfache ihres Gewichts an Blut aufnehmen. Sie benötigen dieses Blut als Eiweißquelle für ihre Eier. Nach ihrer letzten Mahlzeit lässt sich das Weibchen fallen, kriecht unters Laub und legt bis zu 2.000 Eier. Dann stirbt sie.
Im Alltag begegnen uns immer wieder Zecken und somit die Gefahr gestochen zu werden. Zecken leben nicht nur in ausgedehnten Waldgebieten, sie kommen auch in großer Zahl in Parkanlagen vor, weil hier viele Wirte (Mäuse, Katzen, Vögel) leben. In den naturnahen Gebieten eines Parks, in denen Gräser und Kräuter höher wachsen und Unterholz liegt, fühlen sich die Zecken wohl. Zecken kommen meist auch auf Streulaubschichten in Grünanlagen vor. Weiterhin können sie an Baggerseen und in Freibädern vorkommen. In dichten Blaubeer- und Brombeersträucher entstehen wahre Zeckenbiotope. Beim Pflücken von Blaubeeren und beim Pilze sammeln werden jedes Jahr viele Menschen von Zecken gestochen. In dieser Zeiten sind Zecken besonders aktiv. Auch im eigenen Garten können Zecken leben. Beim Spielen oder beim Unkraut jäten kann man, ohne dass man es merkt, Zecken von Blättern oder Gräsern abstreifen. Bei abendlichen Grillpartys stören zwar meist die Mücken, aber auch die Zecken warten auf eine Chance. Zecken sind weltweit verbreitet.
Ab 7°C werden Zecken munter. Ist es kälter, verfallen sie in eine Starre. Im Frühling und Frühsommer und im Herbst sind die Zecken besonders aktiv. Bei hohen Temperaturen und bei lang anhaltender Trockenheit sind Zecken dagegen weniger aktiv.
So schützen Sie sich vor Zecken:
Tragen Sie im Freien helle Kleidung mit langen Ärmeln Beinen. Wenn Sie in besonders gefährdete Regionen gehen, stecken Sie die Hose in die Strümpfe tragen Sie geschlossene Schuhe. Setzen Sie ggf. eine Mütze auf. Bei Gartenarbeit schützen Gummistiefel und Gummihandschuhe, da Zecken daran keinen Halt finden. Bleiben Sie im Wald möglichst auf den Wegen und streifen Sie nicht durchs Gebüsch. Suchen Sie nach einem Aufenthalt im Freien Ihren Körper nach Zecken ab. Schauen Sie dabei vor allem an den Beinen, unter den Armen, an der Gürtellinie und an Kopf, Hals und Ohren nach. Verwenden Sie Abwehrmittel wie AUTAN® ACTIVE oder AUTAN® FAMILY Zeckenschutz, die bis zu 4 Std. gegen Zecken wirken. Falls Sie von einer Zecke gestochen werden und Krankheitssymptome auftreten, sollten Sie umgehend einen Arzt aufsuchen.
Eine blutsaugende Zecke muss sofort entfernt werden, damit das Risiko einer Infektion gesenkt wird. So wird die Borreliose nicht sofort, sondern erst nach einigen Stunden übertragen. Wenn Sie eine Zecke rechtzeitig entdecken und sachgerecht entfernen, können Sie eine Infektion unter günstigen Umständen vermeiden, auch wenn es sich um eine infizierte Zecke gehandelt hat. Im Gegensatz dazu wird FSME-Virus schon beim Einstechen übertragen. Eine schnelle Entfernung der Zecke keinen Schutz vor FSME gewährt. Das Infektionsrisiko wird jedoch erheblich verringert.
Wenn Sie Angst haben, die Zecke selbst zu entfernen, suchen Sie einen Arzt auf. Mit dem richtigen Werkzeug, einer Pinzette oder einer Zeckenzange, die Sie in der Apotheke bekommen, ist die sachgerechte Entfernung einer Zecke jedoch nicht schwierig: Ergreifen Sie die Zecke mit Pinzette oder Zeckenzange so nahe an der Haut wie möglich und ziehen Sie die Zecke mit einer geraden Aufwärtsbewegung heraus. Achten Sie darauf die Zecke nicht zu beschädigen. Durch das Quetschen der Zecke, vor allen Dingen des blut gefüllten Hinterleibes wird möglicherweise infizierter Darminhalt direkt in die Wunde abgesondert. Tupfen Sie die Einstichstelle mit einem Desinfektionsmittel ab. Körperteile der Zecke, die in der Wunde stecken bleiben, wie der Kopf, werden in der Regel vom Körper abgestoßen. Von ihm geht aber keine spezifische Infektionsgefahr mehr aus, da sich die Speicheldrüsen und der Darm im Hinterleib der Zecke befinden. Zur Sicherheit können Sie Ihren Arzt bitten, die Reste aus der Wunde zu entfernen.
Beträufeln Sie die Zecke vor dem Entfernen nicht mit Öl, Klebstoff, Alkohol oder anderen "Hausmitteln". Diese Stoffe führen dazu, dass die Zecke vermehrt Speichel produziert oder sich erbricht, so dass der verseuchte Darminhalt in die Wunde gelangt.
Wenn einige Tage nach dem Zeckenstich eine ringförmige Rötung an der Einstichstelle auftaucht, sollten Sie sofort zum Arzt gehen. Die Rötung ist ein Hinweis auf eine Borrelien-Infektion.






